Winterdienst ist bereit für Schnee und Eis
- Straßenmeistereien des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt in den Landkreisen Bad Kissingen, Haßberge, Schweinfurt und Rhön-Grabfeld bereit für den kommenden Winter
- Über 14.000 Tonnen Salz lagern in Salzhallen der Meistereien – Einsatz von Feuchtsalz und Sole verbessert Streuergebnis und spart Ressourcen
Wenn die Temperaturen sinken, ist wieder die Zeit des Streu- und Räumdienstes. Die Vorbereitungen für den Winterdienst an den Straßenmeistereien Hammelburg, Rödelmaier, Schweinfurt und Zeil am Main des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt sind bereits seit Wochen abgeschlossen und die Mitarbeiter gut auf den ersten Schnee und Frost in diesen Tagen eingestellt.
Der Straßenmeisterei Hammelburg stehen für die Wintersaison 2025/2026 insgesamt 2.200 Tonnen Salz zur Verfügung. Die Straßenmeisterei setzt im Landkreis Bad Kissingen für den Winterdienst insgesamt 26 Mitarbeiter und fünf eigene Fahrzeuge ein. Im Winterdienst kommen zusätzlich vier weitere Fahrzeuge eines externen Unternehmers zum Einsatz. Die Straßenmeisterei Hammelburg betreut im Landkreis Bad Kissingen rund 320 Kilometer.
Die Straßenmeisterei in Zeil am Main ist in diesem Jahr mit insgesamt 2.900 Tonnen Salz ausgestattet, verteilt auf die Salzhallen in der Straßenmeisterei und am Stützpunkt in Ermershausen. Für den Winterdienst im Landkreis Haßberge werden 28 Mitarbeiter der Straßenmeisterei mit fünf Fahrzeugen, sowie sechs Fahrzeuge externer Unternehmer im Schichtbetrieb eingesetzt. Die Straßenmeisterei Zeil am Main betreut im Landkreis Haßberge rund 350 Kilometer.
Die Straßenmeisterei Rödelmaier ist mit 5.700 Tonnen Salz, lagernd in Salzhallen in Rödelmaier, Bischofsheim und Bad Königshofen sowie in einem Silo in Fladungen, auf den Rhöner Winter vorbereitet. Als sogenannte Mischmeisterei ist Rödelmaier im Winterdienst nicht nur für rund 365 Kilometern Bundes- und Staatsstraßen verantwortlich, sondern räumt auch 31 Kilometer der Autobahn A 71, zwei Tank- und Rastanlagen sowie drei Anschlussstellen der Autobahn. Die Meisterei ist rund um die Uhr besetzt. Für den Winterdienst sind insgesamt 37 Mitarbeiter und 14 Fahrzeuge – davon acht eigene und sechs Unternehmerfahrzeuge – eingeplant. Besonders großes Gerät kommt für die Räum- und Streueinsätze auf der Autobahn zum Einsatz. So werden für die A 71 unter anderem zwei Dreiachs-LKWs mit Front und Seitenpflug eingesetzt.
Die Straßenmeisterei Schweinfurt kann in diesem Winter auf insgesamt 3.800 Tonnen Salz zurückgreifen. Die Straßenmeisterei setzt für den Räum- und Streudienst insgesamt 41 Mitarbeiter und 11 Winterdienstfahrzeuge ein, um die rund 350 Kilometer im Zuständigkeitsbereich zu betreuen. Seit langem stimmen sich im Schweinfurter Raum der Kreisbauhof des Landkreises und die Straßenmeisterei des Staatlichen Bauamtes zum Thema Winterdienst detailliert ab und erstellen gemeinsame Räumstrecken. Diese Kooperation hat sich über die vielen Jahre gefestigt. Durch die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Freistaat werden unnötige „Leerfahrten“ der Winterdienstfahrzeuge vermieden und das knapp 740 Kilometer lange Straßennetz im Landkreis Schweinfurt schnellstmöglich geräumt.
„Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer hat für uns oberste Priorität. Die Straßenmeistereien in Bayern sind deshalb im Ernstfall rund um die Uhr im Winterdiensteinsatz und sorgen bei Eis und Schnee für verkehrssichere Bundes- und Staatsstraßen. Trotzdem ist eine winterliche Straße natürlich nicht mit einer trockenen Straße im Sommer vergleichbar. Daher brauchen wir Ihre Mithilfe: Winterreifen montieren, aufmerksam bleiben und ausreichend Zeit für den Weg einplanen – damit wir alle sicher ankommen“, appelliert Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter an die Verkehrsteilnehmer: „Die Frauen und Männer im Winterdienst leisten einen erheblichen Beitrag für unsere Mobilität und unsere Sicherheit. Auch wenn’s mal ein bisschen länger dauert, bitte ich um entsprechende Rücksichtnahme und Respekt gegenüber allen eingesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“
Meldesysteme geben Auskunft über Straßenzustand
Für die Einsatzplanung greifen die Straßenmeistereien auf Meldesysteme zurück, wie auf den Deutschen Wetterdienst und deren Radarprognosen. In den Landkreisen sind außerdem an neuralgischen Punkten sogenannte Straßenwetterstation aufgestellt, die den Straßenzustand in Echtzeit überwachen. Diese geben den Straßenmeistereien zahlreiche Informationen wie über die Straßentemperatur, die Tiefentemperatur in 15 beziehungsweise 30 Zentimetern Höhe, die Salzkonzentration auf der Fahrbahn, die Windgeschwindigkeiten, die Lufttemperatur sowie den Taupunkt. Über eine Kamera an den Anlagen können sich die Einsatzkräfte zusätzlich ein Bild vor Ort verschaffen ohne den Streckenabschnitt anzufahren. Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamts Schweinfurt sind insgesamt 22 Anlagen, verteilt auf alle vier Landkreise, in Betrieb. Als ein wichtiges Instrument um die Einsatzplanung bestmöglich zu organisieren, dient auch der enge Kontakt und ständige Austausch mit den Nachbarmeistereien.
Ressourcensparend und nachhaltig: Einsatz von Feuchtsalz verbessert Streuergebnis
Um ein besseres und vor allem länger anhaltendes Ergebnis bei den Streueinsätzen zu bekommen, verwenden die Straßenmeistereien sogenanntes Feuchtsalz. Hier wird je nach Witterungsverhältnissen zwischen zwei unterschiedlichen Feuchtsalzzusammensetzungen, der sogenannten FS 30 und FS 100 Streuung, unterschieden. Bei der FS 100 Streuung wird eine reine Salzlösung über den Streuteller oder Düsen auf die Straße verteilt. Dies ist die bestmögliche Methode, wenn es darum geht, gefrierende Nässe oder Reifglätte präventiv zu verhindern. Diese Technik benötigt einen wesentlich geringeren Anteil an Salz als die sog. FS 30 Streuung. Sie kann jedoch nur bei Temperaturen bis zu maximal -6°C eingesetzt werden.
Während „FS 30“ Streufahrten wird das Salz mit Sole angereichert (Zusammensetzung: 70% Salz, 30% Sole) und auf die Straßen aufgebracht. Diese Vorgehensweise bringt gleich mehrere Vorteile: Die Feuchtsalzkörner haften besser auf dem Asphalt und werden dadurch weit weniger durch den Wind verweht. Ein einheitliches und besseres Streubild der Fahrbahn wird erreicht. Außerdem können mit dem schwereren Feuchtsalz, aufgrund der besseren Flugeigenschaften, genauer und größere Bereiche bestreut werden.
Insgesamt hat sich in den letzten Jahren die Streutechnik deutlich weiterentwickelt. Das Streusalz kann heute deutlich gezielter eingesetzt werden. Im Vergleich zu abstumpfenden Streustoffen wie zum Beispiel Splitt weist Salz eine bessere Umweltbilanz auf. Splitt muss nach dem Winter aufgekehrt und durch die Verunreinigungen mit Reifenabrieb, Benzin und Öl aufwändig entsorgt werden.
